Die Fellow Series 1 ist nicht nur eine weitere Espressomaschine; Es ist eine bedeutende Veränderung in der Herangehensweise von Heim-Baristas an das Bierbrauen. Nach drei Testwochen ist klar, dass diese Maschine die Diskussion über Heim-Espresso neu gestalten wird, indem sie eine beispiellose Kontrolle über die Schussparameter zu einem Preis bietet, der bisher kommerziellen Geräten vorbehalten war.

Anspruchsvolle Espresso-Traditionen

Seit Jahrzehnten konzentrieren sich Espressomaschinen für den Heimgebrauch darauf, einen konstanten Druck von 9 Bar und eine stabile Temperatur zu liefern – ein Standard, der 1961 von frühen elektrischen Pumpen wie der Faema gesetzt wurde. Die Fellow Series 1 stellt diese Konvention jedoch in Frage. Während es einen traditionellen 9-bar-Schuss liefern kann, liegt seine eigentliche Innovation darin, dass Benutzer Durchflussraten und Druckkurven anpassen können, um neue Geschmacksrichtungen aus verschiedenen Röstungen freizusetzen. Dieses Maß an Individualisierung war bisher nur kommerziellen High-End-Maschinen vorbehalten, die mehr als 10.000 US-Dollar kosteten.

Die Serie 1 macht dies auch für Anfänger zugänglich: Voreingestellte Profile für helle, mittlere und dunkle Bohnen automatisieren den Prozess, während erfahrene Benutzer in die detaillierte Kontrolle der Schussparameter eintauchen können.

Design- und Verarbeitungsqualität

Die Serie 1 zeichnet sich durch eine elegante, minimalistische Ästhetik aus, die an die Filterkaffeemaschine Aiden von Fellow erinnert. Dank seiner kompakten Größe (17,25 x 12,5 x 11 Zoll) passt es unter die meisten Schränke. Der präzisionsgefertigte Siebträger und Gruppenkopf der Maschine bieten ein zufriedenstellendes, sicheres Gefühl. Die Dampfdüse ist leistungsstark und wendig und kann dichten Milchschaum ohne Spritzer erzeugen.

Fellows Herangehensweise an die Hardware ist solide: Das Gerät hat seit den Pre-Launch-Tests bereits drei Firmware-Updates erhalten. Dies deutet auf eine Verpflichtung zur Verfeinerung hin, unterstreicht aber auch die Tatsache, dass einige Funktionen noch in der Entwicklung sind.

Innovatives Heizsystem

Das Heizsystem der Serie 1 kombiniert einen Boiler mit einem Thermoblock und einem beheizten Gruppenkopf und zielt darauf ab, die Stabilität eines Boilers mit der Geschwindigkeit eines Thermoblocks zu erreichen. Dieser Hybridansatz heizt in etwa zwei Minuten auf und behält dabei während des gesamten Schusses eine konstante Temperatur bei – ein häufiges Problem bei günstigeren Thermoblock-Maschinen. Der 2-Liter-Wassertank ist abnehmbar, allerdings kann es bei Küchen mit begrenzter Arbeitsfläche problematisch sein, ihn nur nach oben zu entfernen.

Schussprofile und Anpassung

Die wahre Stärke der Maschine liegt in ihren Schussprofilen. Sieben vorprogrammierte Optionen gehen auf unterschiedliche Vorlieben ein:

  • Leichte Röstung: Reduziert den Druck, um eine Überextraktion zu verhindern.
  • Mittlere Röstung: Fügt eine Vorinfusion für eine bessere Extraktion hinzu.
  • Dunkle Röstung: Liefert einen fast traditionellen Espresso-Schuss.
  • Hebel: Simuliert eine manuelle Espressomaschine für sirupartige Konsistenz und Crema.
  • Turbo: Maximiert den Geschmack durch gröberes Mahlen und Spritzen von Wasser durch den Shot.

Die Serie 1 bietet intuitive Bohnenunterstützungsfunktionen, die Einsteigern bei der Einstellung des Mahlgrads helfen. Fortgeschrittene Benutzer können mit benutzerdefinierten Profilen experimentieren. Pläne für ein zukünftiges App-Update ermöglichen es Benutzern, Profile aus der Community zu teilen und herunterzuladen.

Verbleibende Probleme

Die Maschine ist nicht ohne Macken: Die Platzierung des Wasserreservoirs kann für einige Küchen einschränkend sein, und der Heißwasserspender verwendet derzeit standardmäßig die vorherigen Einstellungen, ohne dass eine sofortige Anpassung möglich ist. Auch die volumetrischen Kontrollen waren während des Tests leicht fehlerhaft und lieferten gelegentlich Schüsse, die einen Milliliter zu kurz oder zu lang waren. Die vollständige Telefon-App befindet sich noch in der Entwicklung, sodass Benutzer sich vorerst auf das Menü auf dem Gerät verlassen müssen.

Fazit

Trotz dieser kleinen Probleme ist die Fellow Series 1 eine bemerkenswerte Leistung. Es handelt sich um eine echte Weiterentwicklung des heimischen Espressos, der einem breiteren Publikum die Kontrolle und Individualisierung auf kommerziellem Niveau ermöglicht. Die Serie 1 setzt einen neuen Standard und wird die Konkurrenz dazu zwingen, zu überdenken, was auf dem Heim-Espresso-Markt möglich ist.