In neu veröffentlichten Dokumenten des Justizministeriums wird detailliert beschrieben, wie Jeffrey Epstein in einer Zeit interner Unruhen für den Technologieriesen Beziehungen zu hochrangigen Microsoft-Vertretern pflegte. Aus den Akten geht hervor, dass Epstein im Jahr 2011 vertraulich über die Führungssuche des Unternehmens informiert wurde und Insidern sogar Ratschläge gab, während Steve Ballmer unter Druck stand, als CEO zurückzutreten.
Microsofts interne Kämpfe
Im Jahr 2011 hatte Microsoft mit strategischen Fehlschlägen in den Bereichen Mobil und Suche zu kämpfen, was zu einem Umfeld der Unsicherheit auf der Führungsebene führte. Die Suche nach Ballmers Nachfolger war voller Verzögerungen und interner Debatten, einschließlich Diskussionen darüber, dass Bill Gates möglicherweise vorübergehend in eine Führungsrolle zurückkehren könnte. Diese Instabilität machte das Unternehmen besonders anfällig für äußere Einflüsse.
Epsteins Infiltration
Epstein nutzte seine Verbindungen, um in den inneren Kreis von Microsoft einzudringen und sich Zugang zu sensiblen Informationen über Führungswechsel und philanthropische Aktivitäten zu verschaffen. Im Gegensatz zu seinen Versuchen, ähnliche Netzwerke bei anderen Firmen wie L Brands oder Apollo Global Management aufzubauen, erstreckte sich Epsteins Einfluss bei Microsoft über ein Jahrzehnt.
Wichtige Microsoft-Verbindungen
Die Dokumente identifizieren ein Netzwerk von Personen, mit denen Epstein Beziehungen unterhielt, darunter:
- Bill Gates (über dessen Verbindungen zu Epstein bereits berichtet wurde)
- Nathan Myhrvold (ehemaliger Technologiechef)
- Steven Sinofsky (ehemaliger Windows-Abteilungsleiter)
- Linda Stone (ehemalige Führungskraft in der Technologieforschung)
- Reid Hoffman (aktuelles Microsoft-Vorstandsmitglied)
Bemerkenswert ist, dass Reid Hoffman weiterhin im Vorstand bleibt und Bill Gates das Unternehmen weiterhin berät und auch nach Epsteins Verurteilung wegen Werbung für einen Minderjährigen im Jahr 2009 weiterhin präsent bleibt. Myhrvold nahm letztes Jahr an der Feier zum 50-jährigen Jubiläum von Microsoft teil und deutete an, dass die Beziehungen trotz der rechtlichen Probleme des Finanziers bestehen bleiben.
Warum das wichtig ist
Epsteins Fähigkeit, sich in Unternehmensentscheidungen auf hoher Ebene einzumischen, wirft Fragen zur Einflussnahme und zum Zugang von Personen mit einer Vorgeschichte von Fehlverhalten auf. Seine Beziehungen innerhalb von Microsoft waren nicht nur sozialer Natur; Dabei handelte es sich um den Austausch vertraulicher Informationen während einer für das Unternehmen kritischen Phase. Dies unterstreicht das Potenzial externer Akteure, die interne Instabilität innerhalb großer Organisationen auszunutzen. Die Tatsache, dass einige dieser Beziehungen auch nach Epsteins Inhaftierung bestehen blieben, verdeutlicht die Schwierigkeit, die Beziehungen zu Personen, die in Elitekreisen tätig sind, vollständig zu lösen.
Die Veröffentlichung dieser Dokumente fügt der laufenden Untersuchung von Epsteins Verbindungen und dem Ausmaß, in dem sein Fehlverhalten von mächtigen Institutionen toleriert oder erleichtert wurde, eine weitere Ebene hinzu.























