Das Department of Homeland Security (DHS) sucht auf Social-Media-Plattformen aggressiv nach identifizierenden Informationen über Personen, die der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) kritisch gegenüberstehen. Gegen große Technologieunternehmen wie Google, Reddit, Discord und Meta (Facebook und Instagram) wurden kürzlich rechtliche Forderungen gestellt, darunter behördliche Vorladungen. Diese Anfragen zwingen die Unternehmen dazu, Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und andere persönliche Daten im Zusammenhang mit Konten herauszugeben, die ICE verfolgen oder kritisieren.
Eskalierende Überwachungstaktiken
Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Regierungsbeamten und technischen Mitarbeitern hat das DHS in den letzten Monaten Hunderte dieser Vorladungen verschickt. Während Technologieunternehmen entscheiden können, ob sie der Auflage nachkommen, haben einige – darunter Google, Meta und Reddit – Berichten zufolge zumindest einige der Anforderungen erfüllt. Die Vorladungen zielen speziell auf Konten ohne klare reale Identität ab, die ICE offen kritisiert oder die Standorte ihrer Agenten offengelegt haben.
Die New York Times hat Beispiele dieser Vorladungen überprüft, die in den letzten sechs Monaten an Meta gesendet wurden und die den Umfang der gesuchten Informationen verdeutlichen. Einige Unternehmen haben Benutzer benachrichtigt, deren Daten angefordert werden, und ihnen eine kurze Frist – in der Regel 10 bis 14 Tage – eingeräumt, um die Vorladung vor Gericht anzufechten.
Rechtliche Bedenken und bürgerliche Freiheiten
Befürworter bürgerlicher Freiheiten argumentieren, dass dies eine erhebliche Eskalation der staatlichen Überwachung darstellt. Steve Loney, ein leitender Anwalt bei der ACLU, stellt fest, dass sich das DHS „mehr Freiheiten nimmt als früher“, mit zunehmender Häufigkeit und geringerer Rechenschaftspflicht. Loney hat bereits Personen vertreten, deren Social-Media-Daten im Visier des DHS standen.
DHS-Begründung
Das Ministerium verteidigt sein Vorgehen mit der Berufung auf „umfassende administrative Vorladungsbefugnisse“, weigert sich jedoch, konkrete Fragen zu den Anträgen zu beantworten. In rechtlichen Unterlagen argumentiert das DHS, dass diese Datenerfassung notwendig sei, um die Sicherheit der vor Ort tätigen ICE-Agenten zu gewährleisten.
Dieser Schritt wirft kritische Fragen zum Gleichgewicht zwischen nationaler Sicherheit und Meinungsfreiheit auf, insbesondere wenn die Regierung aktiv die Identität ihrer Kritiker verfolgt. Die zunehmende Bereitschaft von Technologieunternehmen, diesen Anforderungen nachzukommen, unterstreicht die Erosion der Privatsphäre im digitalen Zeitalter zusätzlich.























