Sinkende Zinssätze signalisieren einen Wandel in der Finanzlandschaft und lösen häufig eine Kapitalumschichtung von Bargeld hin zu Vermögenswerten mit höherem Renditepotenzial aus. Auch wenn Zinssenkungen keine Gewinne garantieren, schaffen sie in den verschiedenen Anlageklassen unterschiedliche Chancen und Risiken. Hier finden Sie eine Aufschlüsselung der fünf zu berücksichtigenden Bereiche sowie der Faktoren, die ihre Leistung bestimmen.

Anleihen: Der unmittelbare Begünstigte

Niedrigere Zinsen steigern direkt die Anleihepreise. Wenn die Federal Reserve die Zinsen senkt, werden bestehende Anleihen mit höheren Renditen wertvoller. Dieser Effekt ist bei Anleihen mit mittlerer und langer Laufzeit am stärksten. Diversifizierte Rentenfonds ermöglichen es Anlegern, diese Gewinne zu erzielen und gleichzeitig ein gewisses Risiko zu mindern.

Das Gleichgewicht ist jedoch von entscheidender Bedeutung. Anleihen mit langer Laufzeit reagieren empfindlich auf Inflationsspitzen. Wenn die Preise zu schnell steigen, könnten sich die Gewinne umkehren. Anleihen fungieren als Portfoliostabilisatoren, insbesondere wenn Kürzungen auf Konjunkturabschwächungen reagieren.

Wachstumsaktien: Technologie und darüber hinaus

Sinkende Zinsen fördern das Wachstum. Niedrigere Kreditkosten bedeuten, dass Unternehmen kostengünstiger expandieren können, und Anleger wenden niedrigere Abzinsungssätze auf künftige Gewinne an, was zu höheren Bewertungen führt. Technologie- und andere Wachstumssektoren schneiden in frühen Zinssenkungszyklen traditionell gut ab.

Das wichtigste Kriterium: wirtschaftliche Stabilität. Wenn auf eine schwere Rezession Kürzungen folgen, können die Gewinne ungleichmäßig ausfallen. Selektive Exposition ist besser als blinder Optimismus.

Wohnen: Ein preisempfindlicher Sektor

Wohnungsbau reagiert direkt auf günstigere Kredite. Wenn die Zinsen sinken, folgen die Hypothekenzinsen, was die Erschwinglichkeit erhöht und die Aktivität ankurbelt. Davon profitieren Hausbauer, Baustofflieferanten und Renovierungsunternehmen. Niedrigere Finanzierungskosten können auch den Margendruck verringern.

Zinssenkungen sind kein Allheilmittel für Wohnungsprobleme, wirken aber nach hohen Kreditkosten als Rückenwind.

Dividenden: Einkommen in einer Niedrigzinswelt

Sinkende Zinsen machen Dividenden attraktiver. Da die Bargeld- und Anleiherenditen sinken, wenden sich Einkommensinvestoren Aktien zu, die verlässliche Dividenden zahlen. Große, etablierte Unternehmen mit stabilen Cashflows gewinnen an Attraktivität.

Konzentrieren Sie sich auf die Fundamentaldaten. Eine nachhaltige Dividende ist wichtiger als die Gesamtrenditen. Auch wertorientierte Aktien können von geringeren Fremdkapitalkosten profitieren.

Immobilien: REITs und darüber hinaus

REITs profitieren von doppelten Effekten. Niedrigere Kreditkosten verbessern den Cashflow und die Immobilienwerte, und REIT-Dividenden erscheinen attraktiver, da die Renditen anderswo sinken. Segmente wie Rechenzentren, Gesundheitswesen und Gewerbeimmobilien mit Langzeitmietvertrag halten sich in einem Umfeld mit wechselnden Tarifen oft am besten.

Nachhaltigkeit ist wichtig. Genau wie Dividenden geht die langfristige Stabilität über die kurzfristigen Renditen.

Zinssenkungen sind kein Gratisessen, aber sie schaffen Chancen für Anleger, die sich anpassen. Das Ziel besteht nicht darin, den Kürzungen hinterherzujagen, sondern ein Portfolio für veränderte Bedingungen aufzustellen.